Körnerkissen tun gut, nicht nur wenn es draußen stürmt und schneit!
Sie sind die ultimativen Alltagshelden: Sie wärmen kalte Füße, lindern Verspannungen im Nacken oder helfen bei Bauchschmerzen. Und an manchen Tagen braucht es einfach mal ein Körnerkissen auf dem Sofa, eine Tasse Tee und ein gutes Buch, und hinterher sieht die Welt schon wieder anders aus.
Körnerkissen nähen geht ganz leicht, versprochen! Du brauchst kein Profi an der Nähmaschine sein, um dir dein eigenes Wohlfühl-Kissen zu zaubern. Du muss nur ein kleines Geheimnis kennen.
Das Beste an selbstgenähten Körnerkissen? Du kannst Design und Größe selbst bestimmen.
Und falls du noch nie an der Maschine genäht hast, dann hol dir WILLI.
Mit dieser Anleitung für 0 € ist der Einstieg in die Nähwelt voll einfach. Du lernst alle wichtigen Begriffe kennen und schließt dabei gleich dein erstes Projekt ab: nämlich Willi, das coole Utensilo für Kinkerlitzchen in allen Lebenslagen!
Und hinterher startest du mit Körnerkissen durch.
Inhalte
Die Anleitung – Schritt für Schritt
Was du brauchst:
Ein Stoffstück aus Baumwolle oder Leinen, nicht dehnbar, etwas größer als das halbe Fertigmaß deines Körnerkissens (z. B. 51×52 cm für ein 25×50 großes Körnerkissen mit 5 länglichen Kammern). Verwende ausschließlich Naturfasern. Synthetik (wie Polyester) könnte schmelzen oder unangenehm riechen.
Tipp: Ein alter Kissenbezug oder ein Reststück vom letzten Projekt eignen sich hervorragend. Das Herzkissen ist übrigens aus einer alten Schlafanzughose genäht.
Körner deiner Wahl, ambesten spezielle Körnerkissenfüllung oder BioQualität
Für das Katzenkissen habe ich zum Beispiel 5x350g Dinkel- also ca. 1.750g insgesamt – verwendet.
Jede Körnerart hat ihre eigenen Vorzüge:
- Dinkelkörner: Der Klassiker. Speichern die Wärme lang und riechen leicht brotig.
- Leinsamen: Besonders sanft und weich.
- Kirschkerne: Geben eine trockenere Hitze ab und haben einen tollen Massage-Effekt.
- Rapssamen: Sehr klein und anschmiegsam – ideal für Kinder- oder Nackenkissen.
Nähmaschine, Garn und Stecknadeln.
Optional: Ein Trichter (oder ein zusammengerolltes Papier).
Schritt für Schritt – so geht´s
Zuschneiden: Schneide ein Rechteck im Fadenlauf aus deinem Stoff zu. Der Zuschnitt sollte etwas mehr als doppelt so groß sein, wie dein Körnerkissen sein soll. An jeder der 3 Seiten geht ca. 1 cm Nahtzugabe ab. Außerdem trägt die Füllung etwas auf, so dass das fertige Kissen etwas kleiner ist als der Stoffzuschnitt.
- Zusammenstecken: Falte den Stoff rechts auf rechts (die schönen Seiten schauen sich an) aufeinander und fixiere sie mit Nadeln oder Stoffklammern.
- Seitennähte schließen: Nähe zwei Seiten komplett zu. An der dritten Seite lässt du am Ende eine etwa 10 cm breite Öffnung frei. Verriegle die Nahtenden gut, indem du am Anfang und am Ende 3-4 Stiche vor und zurück nähst!
- Wenden: Wende den Stoff durch die Öffnung und forme die Ecken vorsichtig aus (z. B. mit einer Nähpinzette).
- Tipp 1 – Bügeln: Bügel die Nahtzugeaben an der Öffnung ca. 1 cm nach innen. so kannst du später die Naht sauber zunähen. Wenn du magst, bügel auch über die gut ausgeformten Nähte.
- Kammern festlegen: Damit die Körner nicht alle auf eine Seite rutschen, kannst du das Kissen in Kammern unterteilen. Zeichne die Nahtlinien mit Schneiderkreide oder Trickmarker auf.
- Tipp 2 – Befüllen: Fülle die Körner ein (bei kleinen Öffnungen mithilfe des Trichters). Wichtig: Mach das Kissen nicht zu prall! Es sollte sich noch gut an den Körper anschmiegen können. Teste die Füllhöhe, indem du die Nahtlinie mit Stecknadeln absteckst, so kannst du schauen, ob dir der Füllstand zusagt.
- Tipp 3 – Das Geheimnis: Um die Kammer zu schließen, stecke eine Line mit Stecknadeln, die die Körner an Ort und Stelle halten, damit sie dir nicht in die Naht kommen. Wenn deine Nähmaschinen-Nadel auf ein Korn kommt, kann sie beschädigt werden oder brechen.
Beim Fixieren hast du 2 Möglichkeiten: Variante 1: du kannst die Naht entweder in einem Stück nähen (ergibt eine saubere Naht ohne Unterbrechung, ist aber etwas frickeliger) Variante 2: Die Naht der Kammer zunächst zu 2/3 nähen, Kammer befüllen und dann den Rest der Naht schließen (etwas flexibler, dafür zwei Nähte). - Die letzte Kammer schließen: Befülle die letzte Kammer. Stecke zunächst die Öffnung mit Stecknadeln zu und achte darauf, dass die Kanten schön aufeinander liegen. Fixiere dann die Körner und schließe die letzte Naht. Ich nähe diese immer von außen mit der Nähmaschine, auch wenn man die Naht dann sieht.
Alternativ: Per Hand mit Matratzenstich zunähen. Mir persönlich ist das im Verhältnis zum Nutzen viel zu aufwendig 😉






Tipps für die Anwendung
- In der Mikrowelle: Bei 600 Watt ca. 1–2 Minuten erwärmen. Stell ab und zu eine Tasse Wasser dazu, damit die Körner nicht austrocknen.
- Im Backofen: Bei maximal 150 °C für ca. 15 Minuten erwärmen. Auch hier ab und zu ein Gefäß mit Wasser dazu stellen.
- Testen: Teste erst mit der Hand, ob die Wärme passt, bevor du es auf Schulter, Bauch oder Rücken legst
- Nie unbeaufsichtigt erwärmen! Sollte es unangenehm riechen, sofort das Gerät (Mikrowelle/Backofen) abstellen!
- Vor dem nächsten Erwärmen erst gut auskühlen lassen.
- Als Kühlpad: Leg das Kissen einfach für eine Stunde ins Gefrierfach (vorher in einen Plastikbeutel packen, damit es trocken bleibt).
Übrigens: Ein selbstgenähtes Körnerkissen ist ein richtig tolles Geschenk!
Beispiele



Videotutorial
Schau dir das Video auf meinem Youtubekanal an! Da kannst du alle Schritte in Ruhe nachvollziehen.
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