Einfach Socken stricken in 6 Schritten

von | 22. März 2026 | Merk-würdig, Sockenliebe

Einfach Socken stricken – geht das?

Auf jeden Fall!!!!

Hier findest du alle Informationen auf einen Blick, die für dein erstes Paar Stricksocken wichtig sind. Ich hab dir ein paar Hintergrundinformationen zusammengestellt und die passenden Links zu meinen Youtube Videos eingefügt. Mit den Videos kannst du dein erstes paar Socken direkt mitstricken. Wenn du Fragen hast, melde dich gern bei mir oder schreib hier einfach einen Kommentar, ich antworte dann zeitnah.

Tipp: Wenn du diese Seite als Favorit speicherst, hast du sie jederzeit abrufbereit.

Hier stell ich dir die klassische Strickvariante von oben nach unten (Top down) mit folgender Reihenfolge vor: Maschenanschlag, Bündchen, Schaft, Ferse, Fuß und Spitze.

Materialwahl

Nadeln

Es gibt viele verschiedene Varianten; klassische Nadelspiele bestehten aus 5 Nadeln. Die zu strickenden Maschen werden auf 4 Nadeln verteilt, die 5. Nadel ist die Arbeitsnadel, mit ihr wird abgestrickt. Das Angebot an Nadeln ist in den letzten Jahren enorm gestiegen: Es gibt runde Nadeln*, quadratische (Cubics)*, ergonomisch geschwungene Nadeln (Snakes)* und Nadelspiele mit 3 Nadeln, wo zwei Spitzen mit einem kurzen Seil verbunden sind (Trios)*. Auch beim Material gibt es viele Varianten, von Bambus über Holz zu Alu und Carbon. Vielleicht kannst du dir zum Start bei einer Freundin was zum Ausprobieren ausleihen. Alternativ frag in dem Wollladen deines Vertrauens nach, ob du mal was in die Hand nehmen kannst. Manche Geschäfte bieten das an.

Die passende Nadelstärke zu deiner Wolle findest du auf der Banderole.

Sockenwolle

Verwende am besten spezielle Sockenwolle, die robust und leicht elastisch ist. Standard ist eine Mischung aus 75% Schurwolle und 25% Polyamid. Es gibt andere tolle Mischungen mit Baumwolle, Cashmir und sogar Leinen.
Spezielle Färbungen lassen beim Stricken wie von selbst tolle Muster entstehen.

Meine Materialempfehlung

Wenn du dir nicht sicher bist, emfehle ich für den Start ein Nadelspiel mit 5 Nadeln aus Holz in 15 cm Länge*. Das ist ein Klassiker und gut für Einsteiger geeignet.
Starte mit 4-fädiger Sockenwolle und verwende ein Nadelspiel mit 2,5 mm Stärke.
Eine Maschenprobe (Video) hilft dir, damit hinterher die Passform stimmt.

Noch ein Tipp für alle Nadelspiel-Beginner

Wenn du noch keine Erfahrung mit Nadelspiel oder Trios hast, übe doch einfach erst mal an einem Paar Pulswärmer. Die sind deutliche einfacher zu arbeiten als Socken, da nur ein Schlauch gestrickt wird. Pulswärmer sind ein klasse Begleiter für viele Gelegenheiten. Damit kannst du es dir direkt ein bisschen kuschelig machen, wenn du eine Portion Extra-Wärme brauchst. Wird es zu warm, sind sie schnell in der Tasche verstaut und nehmen nicht viel Platz weg. Achte bei der Wahl der Wolle auf ein weiches Material, das nicht krazt. Die Handgelenke sind empfindlicher als die Waden.

Noch Fragen?
Schreib mit gern einen Kommentar!

Einfach Socken Stricken: Maschenanschlag-Fussspitze-Fuss-Ferse-Schaft-Buendchen

Einfach Socken stricken – so geht`s

1. Maschen anschlagen (rot)

Am Anfang nimmst du die benötigte Anzahl Maschen auf. Häufig sind das zwischen 48 und 64 Maschen, je nach Größe und Wolle. Wenn du ein Bündchen oder später ein Muster stricken möchtest, kannst du bereits im Vorfeld berücksichtigen, über wie viele Masche der Rapport geht. Ein Rapport beim Stricken ist die sich wiederholende Mustereinheit eines Strickmusters. Strickst du beispielsweise das Bündchen 2 rechts / 2 links, dann hast du einen Rapport über 4 Maschen. Deine Gesamtzahl Maschen sollte dann natürlich durch 4 teilbar sein, damit dein Bündchenmuster passt.

Entsprechende Größentabellen für Socken findest du im Internet, zum Beispiel hier bei Butinette. Sie sind nach Stärke der Wolle (3-, 4-, 6-, oder 8-fädig) gegliedert und enthalten meist Angaben zum Maschenanschlag, zur Ferse, zur Fußlänge und zur Abnahme bei der Sockenspitze.
Die Maschen werden gleichmäßig auf die Nadeln verteilt und zur Runde geschlossen. Achte darauf, dass sich die Maschen nicht verdrehen, wenn du zur Runde schließt. Der Socken wird in Runden gestrickt.

Der beste Maschenanschlag für Socken ist der Double Twist Cast on, weil er so schön elastisch ist. Außerdem ist er ganz leicht zu machen und kommt ohne separaten Anschlagfaden aus. Dabei nimmst du den Faden in die Hand, drehst zweimal und schiebst die entstandene Schlaufe auf die Nadeln, Anschließend ziehst du den Faden leicht an, so dass die Maschen aneinanderliegen. Wie es genau funktioniert, zeige ich auch in diesem Video.

2. Bündchen (orange) stricken

Das Bündchen sorgt dafür, dass die Socke obenherum gut sitzt.
Typisch ist ein Muster aus einer rechte und einer linke oder zwei rechten und zwei linken Maschen im Wechsel.
Das Bündchen wird etwa vier bis sechs Zentimeter hoch oder bis zum Fersenbeginn gestrickt. Es gibt keine festen Regeln, letztendlich entscheidet dein Geschmack.
Achte darauf, nicht zu locker zu stricken, damit es eine gute Festigkeit hat. Gern kannst du das Bündchen in einer halben Nadelstärke kleiner Stricken als den Rest der Socke. Das ist allerdings kein „MUSS„.

Tipps zum Bündchen gibt es in diesem Video.

3. Schaft (gelb) stricken

Der Schaft ist der Teil der Socke zwischen Bündchen und Ferse, der um die Fessel und den unteren Teil der Wade liegt.
Die beste Variante für dein erstes Sockenpaar ist, den Schaft glatt rechts zu stricken. Das heißt, dass in den Runden nur rechte Maschen gearbeitet werden und du daher nichts weiter beachten musst.

Du kannst für den Schaft auch ein einfaches Muster wählen, zwei Farben abwechselnd als Blockstreifen arbeiten oder das Bündchenmuster über die gewünschte Beinlänge bis zum Beginn der Ferse fortsetzen.

Die Schaftlänge liegt in der Regel zwischen zehn und zwanzig Zentimetern, je nach Geschmack.

4. Ferse (grün) stricken – 3 Varianten

Die Ferse wird nur über die hälfte der Maschen gestrickt. Hier arbeitest du nicht mehr in Runden, sondern in Reihen, also hin und zurück. Du strickst die Fersenwand also über die Hälfte der Maschen, die anderen Maschen werden still gelegt (bei 60 Maschen insgesamt werden 30 still gelegt).
Bei der klassischen Käppchenferse strickst du zuerst die sogenannte Fersenwand und zwar über so viele Reihen, wie du Maschen auf der Nadel hast – in unserem Beispiel 30 Reihen. Danach formst du das Fersenkäppchen (Video) (das ist auch im Bereich der grünen Ferse im Bild obenzu sehen) oder Herzchen (Video), indem du die Maschen schrittweise verkürzt. Anschließend nimmst du an den Seiten wieder Maschen auf, um zum Rundstricken zurückzukehren.
Etwas jünger ist die Bumerangferse (Video), jedoch hat diese Variante einen etwas geringeren Umfang, so dass sie eher für Menschen mit niedrigem Spann geeignet ist.

Ein Vergleich der drei Fersenarten und wie du den Spann misst, findest du hier:

5. Fuß (blau) stricken

Nach der Ferse folgt der Fuß. Diesen strickst du lang, wie es in der Größentabelle angegeben ist (zum Beispiel 18,5 cm für Größe 38) und beginnst dann mit den Abnahmen für die Spitze.

Gemessen wird von der Fersenmitte Hinterkante bis dahin, wo gerade deine Nadeln sind. Ist die erforderliche Länge erreicht, beginnst du mit der 1. Abnahmerunde für die Spitze. Das ist am Fuß etwa dort, wo der kleine Zeh ist.

Entfernung von Fersenmitte bis zum Beginn der Spitze

6. Spitze (lila) stricken

An der Sockenspitze werden nach und nach Maschen abgenommen, um die Zehenrundung zu umschließen.

Pro Abnahmerunde werden 4 Maschen abgenommen. Am einfachsten lässt es sich erklärne, wenn du deine Maschen auf 4 Nadeln verteilt hast. Dann nimmst du nämlich auf jeder Nadel ein Masche ab. Für Anfänger gut geeignet ist die Propellerspitze. Da strickst du einfach am Ende jeder der 4 Nadeln die letzte und vorletzte Masche rechts zusammen. Das kannst du an beiden Socken identisch machen. Falls du allerdings möchtest, dass sich der Propeller beim 2. Socken in die andere Richtung dreht, strickst du bei der 2. Spitze die erste und zweite Masche auf jeder Nadel überzogen rechts zusammen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Youtube-Video.


Aber Achtung!
Es wird nicht in jeder Runde abgenommen. Am Anfang sind mehrere Reihen ohne Abnahme dazwischen. So bekommt die Spitze eine schöne, gleichmäßige Form und wird nicht zu spitz oder gar eckig. Durch diese Abnahmetechnik entsteht eine rundere, natürlichere Form, die der Fußform nahe kommt.


Bei 60 Maschen (15 pro Nadel) nimmst du nach der 1. Abnahmerunde …
… 1x in der 4. Runde
… 2x in jeder 3. Runde
… 3x in jeder 2. Runde
… 6x in jeder Runde ab.
Das sind dann 13 Abnahmen insgesamt, so dass sich auf jeder Nadel noch 2 Maschen (also 8 Maschen insgesamt) befinden. Hast du mehr Maschen auf den Nadeln, nimm so lange in jeder Runde ab, bis du auf 8 Maschen reduziert hast.

Klingt zu kompliziert? Schau dir meinen Sockenspitzen-Counter an! Damit ist die Spitzenabnahme ein Kinderspiel!

Die klassiche bekannte Variante ist übrigens die Bandspitze (Video), bei der optisch ein seitliches Band entsteht, das du auch auf den Bildern in diesem Beitrag sehen kannst. Es ist nicht viel schwieriger als die Propellerspitze. Du musst dann bei Nadel 1 & 3 jeweils am Nadelende die vorvorletzte und vorletzte rechts zusammenstricken und bei Nadel 2 & 4 jeweils am Nadelanfang die 2. und 3. Masche rechts überzogen zusammen stricken. Das machst du ebenfall jeweils in den Runden, wo Abnahmen vorgesehen sind.

Wenn du nur noch 8 Maschen (2 pro Nadel) übrig hast, kappst du den Faden so, dass ca. 20 cm zum Vernähen bleiben. Diesen Faden ziehst du dann 1x durch die verbleibenden Maschen, entfernst die Stricknadeln und holst den Faden durch das kleine Loch, dass an der Spitze entstanden ist, nach innen. Dort kannst du ihn vernähen.

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