#littlegreensteps – drei kleine grüne Schritte:
Über meine eigenen Klamotten (wie zum Beispiel oben auf dem Bild das selbstgenähte Kleid aus Musselin passend zu meinen Schuhen), Upcycling und ein paar schräge Angewohnheiten.
Als ich bei der lieben Steffi Pingel den Aufruf zur Blogparade #littlegreensteps gelesen habe, war klar: Da mach ich mit!
Steffi ist Webdesignerin, die Webseiten unter „grünen“ Aspekten gestaltet, und das Thema passt einfach perfekt zu ihr.
Und auch zu mir. Denn Nachhaltigkeit ist mir wichtig. Sogar schon ziemlich lange.
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Die Nachhaltigkeit und ich
Und wenn ich „ziemlich lange“ sage, dann meine ich damit so gut wie immer, also seit meinen Teenagertagen in den 80ern.
Damals war Nachhaltigkeit noch kein Lifestyle, kein Hashtag und schon gar kein Thema, mit dem man sich in Social Media schmücken konnte. Ich habe trotzdem Plastiktüten wiederverwendet, wenn ich schon welche hatte. Aber zu allererst galt zu der Zeit natürlich „JUTE STATT PLASTIK“. Plastiktüten waren damals übrigens grundsätzlich kostenlos. Und deswegen wurde ich in angesagten Boutiquen schon mal etwas schräg angeguckt, wenn ich meinen Burlington-Pullover oder meine Diesel-Jeans in die mitgebrachte Tüte vom Spar stecken wollte.
Aber egal. Mir war das wichtig.
Auch meine Einkäufe an der Frischetheke ließ ich mir eine Zeit lang in meine eigene Tupperdose packen – bis das aus hygienischen Gründen irgendwann nicht mehr erlaubt war. Heute ist es wieder angesagt.
Damals bin ich Fahrrad gefahren, hatte einen „Atomkraft? Nein danke!“-Aufkleber und die sich damals überall ausbreitenden Schnellrestaurants mit dem großen gelben M habe ich selbstverständlich boykottiert.
Man könnte also sagen: Das Thema begleitet mich schon eine ganze Weile.
Heute würde ich mich trotzdem nicht als die große Nachhaltigkeits-Expertin bezeichnen.
Ich habe nämlich keine perfekt durchoptimierte Öko-Routine und auch nicht den Anspruch, mein komplettes Leben in allen Bereichen nachhaltig zu gestalten. Fahrad fahre ich heute leider viel zu selten. Ich bin auch schon mal in den Urlaub geflogen. Und manchmal steht sogar der Besuch in einem Fastfood-Restaurant auf dem Programm.
Aber ich versuch, Entscheidungen bewusst zu treffen.
Und ich habe einen inneren Widerstand gegen Verschwendung.
Wenn etwas noch einen Zweck erfüllen kann, warum sollte ich es wegwerfen?
Und genau daraus entstehen bei mir manchmal ziemlich schräge Angewohnheiten.
#littlegreensteps 1: Ich verschwende ungern Dinge, die noch gebraucht werden können
Eine meiner etwas spleenigen Angewohnheiten zeigt sich beim Müll: Ich mag es nicht, Lebensmittelverpackungen völlig verschmiert in den gelben Sack zu stecken. Also stelle ich sie oft erst einmal in die Spüle.
Und wenn ich dann sowieso Hände wasche oder etwas anderes abspüle, läuft Wasser hinein. Mit diesem Wasser spüle ich die Verpackung aus.
Übrigens nicht zur Freude aller: Mein Mann ist davon nämlich leicht genervt.
Ich hingegen denke jedes Mal: Das Wasser läuft doch sowieso gerade.
Und genau darum geht es mir eigentlich. Nicht darum, jeden einzelnen Tropfen Wasser zu retten und daraus eine Wissenschaft zu machen. Sondern darum, nicht gedankenlos etwas zu verschwenden, das noch einen Nutzen haben könnte.
Dieser Gedanke zieht sich bei mir schon seit den 80ern durch.
Die Plastiktüte kann noch einmal benutzt werden? Dann nehme ich sie noch einmal.
Das Wasser kann nebenbei noch eine Verpackung sauber machen? Dann darf es das.
Ein Stoffrest ist noch brauchbar? Dann landet es erst einmal nicht im Müll.
Es sind Kleinigkeiten.
Aber vielleicht sind Nachhaltigkeit und bewusster Umgang mit Ressourcen genau das: Nicht immer alles neu kaufen, neu nehmen, neu machen, wenn das Alte noch längst nicht fertig ist. Genau so ist in der Coronazeit meine Nähleidenschaft wieder entfacht. Zuerst holte ich die Nähmaschine für ein paar Alltagsmasken heraus. Und dann wurden aus drei Hosenbeinen und einem neuen Stück Stoff eine wunderschöne Tasche. Seitdem hat die Nähmaschine ihren fest Platz und wird nicht mehr weggeräumt. Auf der Tasche unten rechts kannst du übrigens die erste Version meines Logos sehen.

#littlegreensteps 2: Alte Dinge bekommen bei mir oft eine zweite Chance
Und damit sind wir direkt bei meinem #littlegreensteps Nummer 2:
Upcycling und Visible Mending sind nämlich voll mein Ding.
Ich liebe es, aus Dingen, die andere vielleicht schon aussortieren würden, etwas Neues entstehen zu lassen. Am liebsten arbeite ich mit alten Jeans. Aus einer getragenen Jeans kann zum Beispiel noch eine Tasche werden. Oder ein Teil eines neuen Patchwork-Projekts.
Aber auch alte Oberhemden und Blusen sind für mich wahre Schatzkisten. Besonders praktisch: Die Taschen sind ja schon dran! Und die lassen sich wunderbar als kleine Innen- oder Außentaschen in Handtaschen, Shopping-Bags oder Projektbeuteln weiterverwenden.
Ich finde es jedes Mal spannend, wenn aus einem alten Kleidungsstück etwas völlig Neues entsteht. Und so können alte Lieblingsstücke einen dann noch eine ganze Weile weiter begleiten. Nicht nur der Stoff, sondern auch all die damit verknüpften Erinnerungen.
Zum Beispiel hat meine Schwiegermutter mir ihr altes Sommerkleid, dass sie immer gern getragen hat, geschenkt, weil ich vielleicht mit dem Stoff noch was anfangen könnte. Sie würde keine Kleinder mehr tragen. Und ich konnte tatsächlich. Jetzt ist das Kleid das Innenleben ihrer Handtasche.
Auch Visible Mending mag ich sehr. Ein Loch muss schließlich nicht automatisch das Ende eines Kleidungsstücks bedeuten. Manchmal darf die Reparatur sogar sichtbar sein.
Vielleicht ist genau das ein Gedanke, den wir uns wieder ein bisschen zurückholen dürfen:
Nicht alles muss perfekt aussehen, um wertvoll zu sein.
Meine Liebe zum Upcycling hat auch eine ziemlich unpraktische Nebenwirkung.
Ich kann Dinge schlecht wegwerfen.
Sehr schlecht.
In irgendwelchen Ecken und Kisten stapeln sich dann Stoffe, alte Kleidungsstücke und allerlei Dinge, bei denen ich denke:
„Das kann man bestimmt noch mal gebrauchen.“
Irgendwann nervt mich das so sehr, dass ich aussortiere. Dann wandert etwas tatsächlich in die Tonne. Und kurz bevor die Müllabfuhr kommt, fische ich die Hälfte wieder heraus.
Man könnte sagen: Ich habe ein ausgesprochen ambivalentes Verhältnis zum Wegwerfen.
Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht.
Denn ich glaube tatsächlich, dass unsere Wegwerfmentalität irgendwann zum Problem werden könnte.
Wir sind es gewohnt, Dinge zu ersetzen, sobald sie nicht mehr ganz so aussehen, wie wir sie gern hätten. Etwas ist kaputt? Neu kaufen. Nicht mehr modern? Weg damit. Kleine Macke? Lohnt sich nicht mehr.
Ich finde, wir könnten uns ruhig öfter fragen:
Kann ich daraus noch etwas machen?
Und es ist schön, wenn die Antwort allseits öfter mal lauter: Ja, klar!




#littlegreensteps 3: Selbermachen verändert den Wert eines Gegenstands
Mein dritter der #littlegreensteps hat ganz viel mit meinem Business zu tun.
Ich glaube nämlich, dass wir zu Dingen, die wir selbst gemacht haben, ein ganz anderes Verhältnis entwickeln.
Wenn ich etwas selbst gestrickt oder genäht habe, kenne ich nicht nur das fertige Stück.
Ich kenne die Arbeit dahinter.
Ich weiß, welches Garn und welchen Stoff ich ausgesucht habe.
Ich weiß noch, wie ich mich gefreut habe, wenn nach dem Wenden alles toll zusammen harmoniert.
Vielleicht weiß ich auch noch, an welcher Stelle ich aufribbeln musste, weil ich mich verzählt habe.
Und wenn ich im Urlaub stricke, stricke ich nicht nur Maschen, sondern direkt Erinnerungen mit ein.

Und genau deshalb landet so ein selbstgemachtes Stück meiner Meinung nach viel seltener einfach irgendwann im Müll.
Es hat eine Geschichte.
Es steckt Zeit darin.
Und ein kleines bisschen von mir.
Selbermachen schafft Wertschätzung.
Und genau deshalb ist es mir in meinem Business wichtig, nicht nur fertige genähte Komplizinnen anzubieten, sondern auch Anleitungen für Menschen, die selbst kreativ werden möchten.
Denn wenn du selbst etwas herstellst, kannst du es genau so machen, wie es zu dir passt.
Du entscheidest über Farbe, Material, Größe und Stil.
Und am Ende hast du nicht einfach irgendein gekauftes Teil.
Du hast dein Teil.
Vielleicht nicht immer ganz perfekt, doch dafür einzigartig.
Und das ist einfach so viel besser!
Das gilt für mich ganz besonders beim Stricken.
Mit meinem Tuch Katrin möchte ich deshalb gerade Einsteigerinnen und Wiedereinsteigerinnen den Anfang möglichst leicht machen.
Von der Materialwahl über Maschenanschlag, Maschen und Abketten bis zu den letzten Schritten – also auch dem richtigen Waschen und Trocknen – begleitet dich die Anleitung durch das komplette Projekt.
Denn was bringt die schönste Idee, wenn man irgendwann vor einer Anleitung sitzt und denkt:
„Ähm … und was soll ich jetzt genau machen?“
Genau das möchte ich vermeiden.
Meine Anleitungen sollen anleiten. Nicht anweisen.
Sie sind besonders ausführlich mit Schritt-für Schritt Anleitung und Tabellen, wo du jeden Schritt abhaken kannst. Dann weißt du auch noch nach 5 Wochen Pause, wie du wieder einsteigen sollst und was der nächste Schritt ist.

Und wenn am Ende aus einem Knäuel Garn ein Lieblingsstück geworden ist, das dich vielleicht jahrelang begleitet, dann ist das für mich auch ein kleiner Beitrag zu einem bewussteren Umgang mit Dingen.
Wenn du Lust bekommen hast, selbst einmal loszulegen, kannst du das übrigens ganz unkompliziert ausprobieren:
Für meine Newsletter-Abonnentinnen gibt es Tuch Katrin als kostenlosen Maschenzauber für Einsteiger.
Du bekommst eine gut strukturierte Anleitung mit übersichtlichen Tabellen und kannst Schritt für Schritt abhaken, was du schon erledigt hast. Dazu gibt es Video-Tutorials, in denen du dir die einzelnen Schritte anschauen kannst.
Und vielleicht passiert dann genau das, was eine meiner Kundinnen mir als Feedback gegeben hat:
„Ich konnte gar nicht genug bekommen und manchmal fiel es mir echt schwer, das Strickzeug aus der Hand zu legen. Jetzt freu ich mich schon auf mein nächstes Tuch.“

Und weil Nachhaltigkeit auch im Kleinen steckt …
… findet sich dieser Gedanke übrigens auch in meinen Anleitungen selbst.
Zum Beispiel beim Drucken.
Ich weiß: Das klingt jetzt erst einmal nicht besonders spektakulär. Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viel Papier, Druckertinte und irgendwann auch Plastik für leere Tintenpatronen zusammenkommt, wenn man einfach jedes Dokument komplett ausdruckt?
Deshalb steht in meinen Anleitungen ganz bewusst der Hinweis:
Druck nur die Seiten aus, die du tatsächlich brauchst.
Vielleicht brauchst du gerade die Tabelle mit den Begriffen, Abkürzungen und Techniken.
Oder nur die Seiten mit dem Abschnitt, an dem du gerade strickst.
Vielleicht möchtest du dir die Zusammenfassung zum Abhaken ausdrucken.
Oder du gehörst zu den Menschen, die ihre erste Anleitung einfach komplett auf Papier vor sich haben möchten.
Auch das ist völlig in Ordnung.
Es geht nicht darum, möglichst wenig zu verbrauchen um jeden Preis.
Es geht darum, bewusst zu entscheiden, was du wirklich brauchst. Vielleicht ist das sogar der 4. meiner #littlegreensteps.
Und ganz nebenbei freut sich darüber nicht nur die Umwelt, sondern auch dein Geldbeutel.
Nachhaltigkeit muss nicht perfekt sein
Wenn ich heute auf meine drei #littlegreensteps schaue, dann haben sie eigentlich alle denselben Kern:
Ich möchte Dinge nicht unnötig verschwenden.
Nicht Wasser.
Nicht Materialien.
Nicht Kleidung.
Nicht Papier.
Und auch nicht die Möglichkeit, aus etwas Altem noch etwas Neues zu machen.
Ich glaube, Nachhaltigkeit muss kein riesiges Projekt sein, für das man erst einmal sein komplettes Leben umkrempeln muss.
Vielleicht beginnt sie viel kleiner.
Mit einer Tüte, die ein zweites Mal benutzt wird.
Mit einem alten Hemd, das noch eine neue Aufgabe bekommt.
Mit einem Loch, das repariert oder versteckt werden kann, statt alles wegzuwerfen.
Mit einem selbst gestrickten Tuch, an dem man so lange Freude hat, dass man gar nicht auf die Idee kommt, es einfach durch etwas Neues zu ersetzen.
Oder mit einer Verpackung, die man eben noch schnell ausspült, während sowieso gerade Wasser läuft.
Und ja – vielleicht steht dann jemand daneben und verdreht ein bisschen die Augen.
Aber auch das darf sein. Meine Macken müssen nicht jedem gefallen und nicht jeder muss sie teilen. 😉
Denn auch ich werde nie perfekt nachhaltig sein.
Aber ich kann jeden Tag ein kleines bisschen bewusster entscheiden.
Und genau das ist die Idee hinter #littlegreensteps:
Wir müssen nicht alle gleich die Welt retten.
Aber wir können aufhören, sie ganz nebenbei ständig ein kleines bisschen zu verschwenden!
Schreib mit gern, welches deine #littlegreensteps sind.
Wenn du Lust auf noch mehr kleine, grüne Schritte hast, dann schau unbedingt mal bei Steffis Blogparade vorbei, dort gibt es weitere Ideen, den Alltag ein bisschen grüner zu gestalten.







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